Es ist immer ein Zeichen dafür, dass sich wirklich etwas ändert, wenn in der allgemeinen Berichterstattung der Tagespresse Themen auftauchen. Die Frankfurter Rundschau widmet sich den Handelsmarken und berichtet aktuell unter dem Titel Hausmarken: Das große Umräumen
Frankfurter Rundschau zu Handelsmarken
16. März 2009 — Medien
Wo echte Premiummarken stehen
21. Januar 2009 — Analyse

Am vergangenen Samstag schickte meine Frau mich zum Saure Sahne einkaufen. Der Aldi-Markt liegt am nächsten. Zu meinem Erstaunen gibt es dort Saure Sahne nur als Bio-Produkt: 200 gr für EUR 0,45. Es ist natürlich das Geschäftsprinzip von Aldi die Sortimente schlank zu halten und je Produktart nur einen Artikel anzubieten. Dass man sich aber bei Aldi auschließlich für die Bio-Variante entschieden hat, fand ich schon bemerkenswert für einen preisorientierten, nein preisagressiven Discounter.
Also zum nächsten REWE Markt um das Sortiment zu vergleichen. Dort gab es drei Saure Sahnen. Interessanterweise alles Eigenmarken. Der Preiseinstieg ja! für 200gr EUR 0,39. REWE auch 0,39 aber nur 150gr (umgerechnet EUR 0,52 für 200gr) und REWE Bio für 55 Cent 200 gr.
Das bedeutet, dass Aldi nicht die billigste Saure Sahne anbietet, sondern 6 Cent über REWE liegt. Das scheint den Discounter aber nicht zu stören, denn die Preisführerschaft hat er weiterhin jetzt eben beim höherwertigeren Bioprodukt. Und damit die Führerschaft beim Kosten-/Nutzenverhältnis.
Vor fünf Jahren wäre ein solches Kalkül nicht aufgegangen. Niemals hätte man argumentieren können „Es mag woanders billiger sein, aber unsere hochwertige Qualität verlangt ein Preispremium. Daran gemessen, sind wir immer noch die billigsten“.
Aufgegangen wäre eine solche Argumentation nicht, weil das Premiumversprechen der Hochwertigkeit nicht stichhaltig ist. Seien wir ehrlich, was unterscheidet die ja! Saure Sahne für 0,39 EUR von der REWE Sauren Sahne für 0,52 EUR? Der größte Unterschied, den der Kunde wahrnehmen kann, ist die unterschiedliche Verpackung – dort das kalte, blaue reduzierte Ausruf Ja!, dort das rote, warme Versprechen „jeden Tag ein bisschen besser“. Ist das 13 Cent wert?
Erst durch das Bio-Siegel bekommt der Premiumanspruch seinen Beleg. Auch wenn der Verbraucher nicht weiß, was im Siegel wirklich steckt, so vertraut er auf harte Kriterien und eine konsequente Kontrolle.
Erst durch die objektive Aufwertung Bio wird ein Trading-Up des Discounters in teurere Segmente möglich ohne die Preisführerschaft zu verlieren.
Wenn Bio nun aber ein objektives Premium ist, was bedeutet das für die Premiumprodukte, deren Anspruch allein auf der Aussage, dem Versprechen des Anbieters beruhen. Welche Mechanismen gibt es, glaubhaft zu machen, warum ein REWE 13 Cent mehr wert ist als ein ja! und nur 3 Cent günstiger ist als ein REWE Bio? Wobei für den Markenartikler die Anforderung noch ungleich höher ist als für die Eigenmarke.
Und was bedeutet es für die Gestaltung? Bedeutet nicht Premium seit jeher Gold, Glanz, Überfluss? Wie überführt man dies in ein biogrünes Premium?
Offensichtlich ist das Wachstum der Bio-Segmente, das wir wieder einmal im Februar bei der Biofach erleben, mehr als nur ein paar weitere Artikel im Regal. Vielmehr werden unsere Vorstellungen von Wertigkeit und Premium genauso hinterfragt, wie die angestammten Rollen und Preisstrategien von Handelsunternehmen.
Zum Warenhaussterben
11. August 2008 — Medien
Gerade weil die Namen Kaufhof, Karstadt, Hertie, Wehmeyer, Sinn-Leffers seit Jahrzehnten zum Stamm der deutschen Einzelhandelslandschaft zählten und die Kunden mit diesen Handelsmarken Erinnerungen und Emotionen verbinden, sind die aktuellen Schwierigkeiten und Insolvenzen insbesondere bei den ehemaligen Karstadt - Töchtern von hohem Interesse auch und gerade in den breiten Publikumsmedien.
Die Interviews zu diesem Thema häufen sich gerade, ich denke Rolf Wenkel von der Deutsche Welle hat meine Analysen gut zusammengefasst.
Die Investoren hinter den Luxusmarken
21. April 2008 — Kurzmeldung
Unter msn findet sich hier und teilweise auch hier eine ganz informative Übersicht, wer eigentlich die heutigen Luxusmarken wie Escada, Hugo Boss, Tommy Hilfinger, Jil Sander und viele weitere besitzt.
Es ist auffällig wie sehr Private Equity eine Rolle spielt, zumindest wenn nicht der LVMH Konzern oder die Richemont-Gruppe im Spiel sind.
Hermès bildet da die seltene Ausnahme ganz ohne Börsennotierung oder Private-Equity.
Reader’s Digest Markenstudie 2008
25. März 2008 — Kurzmeldung
Jedes Jahr veröffentlicht Reader’s Digest die Trusted Brands Studie. Mit C&A und Aldi sind auch 2008 zwei Handelsmarken unter den Siegern.
Aldi siegte in der Kategorie Handel und belegt damit, wie sehr das Versprechen guter Qualität bei guten Preisen in den Köpfen der Verbraucher verankert ist.
Die Tatsache, dass C&A in der Kategorie Bekleidung als Händler vor echten Produzenten wie Boss oder Esprit liegt, darf auch dieses Jahr das Düsseldorfer Unternehmen freuen.