Der Kassenprozess und die EUROCIS 2009

Auf der EUROCIS 2009 in Düsseldorf waren Lösungen für die Zahlung an der Kasse omnipräsent.

Deutschland hat sich ja ohnehin in den letzten Jahren immer mehr zu einem Kartenzahlungsland entwickelt und den ehemaligen Eindruck, daß wir hier nur Bargeld mögen abgeschüttelt, wenngleich Kreditkarten noch immer ein Dasein im Schatten fristen.

Der nächste Schritt scheint nun die Ablösung oder die Ergänzung der Debitkarte als Datenträger zu sein. Neben dem Fingerabdruck und dem maschinenlesbaren, beschreibbaren Personalausweis und diversen NFC-Ansätzen spielt das Handy zunehmend eine zentrale Rolle in den Überlegungen der Einzelhändler.

Warteschlangen und Kassenprozesse im Supermarkt

Warteschlangen im Supermarkt
 
spiegel.de beschäftigt sich mit Warteschlangen im allgemeinen und dem Supermarkt Kassenprozess im besonderen. 

Dort wird die amerikanische Warteschlange auch für den Supermarkt favorisiert:

“Sie ist das Ideal der Experten. Bei ihr stellen sich Kunden nicht an mehreren einzelnen Schlangen an, sondern an einer einzigen großen - und werden dann von dort an die nächste freiwerdende Kasse verteilt.”

Dieser Einschätzung kann ich nicht ganz folgen.

Der Kassenprozess beinhaltet neben dem Scannen der Artikel und dem Kassieren (also den Tätigkeiten des Personals) auch das Ausladen des Wagens und das Einpacken (also Tätigkeiten des Kunden).  Kommt ein Kunde erst spät an das Kasse, hat er bei großen Warenkörben möglicherweise zu wenig Zeit die Ware optimal vorzubereiten.

Warteschlangentheoretisch gesprochen mag die Servicezeit besser sein (was man auch bezweifeln kann), die Rüstzeit steigt aber an.

Insofern mag in der amerikanischen Warteschlange die Wartezeit fairer verteilt sein, (sofern Fairness ein wichtiges Kriterium bei der Gestaltung einer Kassenzone sein sollte), die Gesamtwartezeit aller Kunden erhöht sich aber.

ALDI Kasse

ALDIs Kassentisch gilt als der schnellste im Lande. Hier sind die Kassenbänder extrem lang und es gibt kein Nachlaufband/Auslaufzone/Schütte, um das Kundenverhalten (also Auspacken und Einpacken) zu optimieren.

Self Scanning - eine enge Rechnung für den Handel

Der Kölner Stadtanzeiger berichtet in der heutigen Ausgabe über meine Forschungsergebnisse zu Self Scanning und Self Payment an der Kasse. Die Einführung dieser Selbstbedienungskonzepte im Einzelhandel bei real,- oder HIT sowie einigen Textileinzelhändlern erweisen sich nicht als Selbstläufer.

Über das Kassentisch-Layout des Discounters mit fehlendem Nachlaufband steht im Artikel:

Das führe „zu einer Stresssituation beim Verbraucher“, sagt Atzberger - und lässt ihn noch schneller einpacken. Das frustriere den Kunden aber nicht - er gehe schließlich mit einer anderen Erwartungshaltung zum Discounter als etwa in den Supermarkt.

Ich denke hier gibt die Autorin einen wichtigen Gedankengang wieder. Die Erwartungshaltung bestimmt in hohem Maß die Kundenzufriedenheit. Der Wettbewerb zwischen Vollsortimenter und Discounter ist daher nicht immer objektiv zu bewerten, sondern spielt sich auch in einer höchst subjektiven und emotionalen Dimension ab.