Ende Februar trafen sich Handel und Investitionsgüterindustrie auf der EUROSHOP in Düsseldorf. Sowohl Ladenbauer als auch IT-Firmen präsentierten die neuesten Entwicklungen. Ein Schwerpunkt war wie jedes Mal der Checkout, schließlich passiert jeder Kunde die Kasse. Ein guter Kassenprozess trägt wesentlich zum Erfolg bei, da Kundenzufriedenheit und Kosten gleichermaßen beeinflusst werden. So bezeichnen Kunden einen „schnellen Check-Out“ als einen der wesentlichen Faktoren bei der Einkaufsstättenwahl und nennen zu 66% die „Warteschlage“ als den mit Abstand größten Störfaktor beim Einkauf.
Das Aufkommen der Scanning-Systeme - den Anfang machte 1978 die Firma Carl Doderer in einem Augsburger Verbrauchermarkt - führte zu einem beachtlichen Innovationsschub, als Datenkassen mit Tastatur, Scanner und Drucker die voluminösen elektrischen Registrierkassen ablösten.
Seither beobachten wir aber eher nur inkrementelle Verbesserungen, die im wesentlichen auf stabilere Lesetechnik oder besser lesbare Barcodes und schnellere Bondrucktechnologien zurückgehen. Ein Warenkorb von 15-20 Artikel durchläuft das Scannen und Bezahlen heute in ca. 60 Sekunden – ein Ergebnis, das die Technik nicht mehr wesentlich verbessern kann. Das Scannen eines Artikels erfolgt dabei durchschnittlich in knapp unter 2 Sekunden. Der Rest der Zeit ist der Bezahlung gewidmet.
Hier ist das Kundenverhalten von wesentlicher Bedeutung. Ist bereits die Brieftasche zur Hand? Gibt der Kunde centgenau den Betrag? Kennt er seine PIN und weiss auch, wo er sie eingibt? Es sind so vielfältige kundenseitige Faktoren, die hier wirken, daß dieser Teil der Kassenprozesse kaum planbar ist.
Dies haben die Ladenbauer erkannt. So formulierte Carsten Schemberg auf der EUROSHOP in Düsseldorf: „Wichtig ist die leichte Orientierung am Kassentisch für den Kunden inkl. der Kundenführung. Der Kunde muss sofort wissen, was er an welcher Stelle am Kassentisch tun kann.“ Folgerichtig lassen sich verstärkt Allianzen zwischen Kassensystem- und Kassenmöbelhersteller beobachten.
Das bedeutet aber auch, daß die Forderung nach immmer größeren Barcodes oder mehreren auf der Verpackung oder der Wechsel der Barcode-Standards von EAN13 zu einem anderen Standard nicht der wichtigste Hebel zur Beschleunigung des Gesamtprozesses ist. Ein schöner Gedanke - lässt dies doch der Kreativität in der Gestaltung wieder etwas mehr Luft.
