Quelle - der Nachgesang

Wow, was für ein Timing.

Am 19. Oktober veröffentliche ich eine Einschätzung zum Versandhandel. Am 20. hisst Quelle die weisse Fahne und verkündet die Abwicklung.

Die vielfältigen Journalistenanfragen hierzu  beantworte ich aber im Dictus der gestrigen Blog Meldung: “Die negative Entwicklung der ehemals stolzen Quelle ist tragisch, aber nicht sinnbildlich für den Versandhandel. Der Versandhandel ist nicht tot. Im Gegenteil er wächst.”

Die Schwierigkeiten im Umfeld mit der KarstadtQuelle Insolvenz, einbrechende Umsätze, fehlende Finanzierung, ein schwieriges Umfeld für Universalversender und kleinere Fehler bei der Online-Strategie summieren sich zum Abwicklungsfall.

Siehe hierzu auch die deutsche und die längere englische Meldung von Reuters.   

Einkauf nur noch virtuell?

Einkauf virtuell by wordle.net

Eine Handelsbranche, die auch in 2009 erfreuliche Geschäftszahlen präsentiert, ist der Versandhandel. So meldete der Bundesverband Versandhandel (bvh) in seiner Hochrechnung für 2009 positive Entwicklungen: der gesamte Versandhandelsumsatz steigt auf 29,1 Mrd EUR, Online legt in einem Jahr um 15% zu.

Diese Zahlen kann ich glauben. Mein persönliches Verhalten spiegelt dies wieder. Wenn ich ein Buch oder eine Bluray-Disk benötige, brauche ich nur ein paar Klicks: Artikel bestellt und spätestens übermorgen zu Hause. Und bei Musik habe ich mich längst von der CD gelöst und downloade einzelne Titel für den MP3-Player.

Bedeutet das in einer mittelfristigen Perspektive das Aus für den stationären Handel? Reduziert sich die Kommunikation vor dem Kauf auf limitierte, visuelle Reize durch Briefmarkengrosse Abbildungen und ab und zu ein Webvideo? Was ist mit der Multisensorik, entdecken wir nicht gerade Geruch, Akustik, Haptik als zusätzliche Verführer am POS?

Für einzelne Branchen speziell die Medien mit Nachrichten, Büchern, CDs, DVDs aber auch handelsnahe Branchen wie Reisen, Banken sind massive Veränderungen für das stationäre Filialgeschäft unabwendbar.

Verschiebung innerhalb des Versandhandels

Betrachtet man die Studie des bvh genauer, so kann man für den gesamten Handel eine Entwarnung aussprechen. Ein Großteil der Zuwächse im Online-Umsätze sind Verlagerungen innerhalb des Versandhandels, es geht weg vom Katalog hinzu der dynamischen und interaktiven Präsentation im Webshop. Erstmalig wird mehr als 50% des Versandhandelsumsatzes Online getätigt. Der Katalog ist nicht obsolet, seine Rolle wandelt sich. Eine dramatische Entwicklung - aber eine die sich weitgehend innerhalb des Versandhandels vollzieht.

Für den Textilhandel, erst recht für den Lebensmittelhandel ist dies nur eine marginale Entwicklung am Rande betrachtet man die Umsätze. Vernachlässigen darf man nicht die Kommunikationsleistung des Internets. Der Kunde ist eine Multi-Channel-Wesen, die Markenbildung erfolgt Online und Offline und am POS und durch das Produkterlebnis zu Hause. Jeder Kanal kann und muss hier seine speziellen Stärken ausspielen, aber in Abstimmung und in Einklang mit den anderen.

Food Hotel in Neuwied

Nicht nur Handelsunternehmen benötigen eine Marke. Auch Hotels branden sich, manchmal sogar als Themenhotels. So wie das geplante food hotel in Neuwied.

Hier ein Interview mit Michael Gerling, GF von BVL, MLF und EHI zur Idee und dem Planungsstand.

Link: LZ.tv: Food Hotel

Preisschlacht - die 10.

Am Vortag de ANUGA purzeln bereist zum 10. Mal in diesem Jahr die Preise und BILD ruft sogar den größten Preissturz aller Zeiten aus.

Natürlich waren die Journalisten auch bei uns im EHI vorstellig und baten um Auskunft und Hintergründe.

Zum Beispiel die Stern - Redaktion.

Happy Birthday Barcode

Google feiert den BarcodeNicht nur Google grüßt zum 60-ten Geburtstag, sondern auch ich. Zum ersten Überblick ein Artikel von Hagen Seidel in der Online Augabe der WELT.

Zur vertiefenden Ergänzung des Artikels ein paar weitere Infos: Der im Handel und der Konsumgüterindustire gebräuchliche Barcode hat eine Reihe von namentlichen Veränderungen durchlaufen.

Ursprünglich wurde der Barcode in den frühen 70er Jahren als bundeseinheitliches Artikelnummersystem eingeführt. Das europäische EAN-Strichcodesystem wurde 1977 etabliert und löste das deutsche ban-System ab.

Heute heisst der Code offiziell GTIN (=Global Trade Item Number) und ist der Nachfolger von EAN (=Europäische Artikelnummer) und der amerikanischen Variante UCC (=Uniform Code Council) als Standard-Nummerierungs-Struktur.

Zur Vergabe bzw. Erzeugung eines GTIN / EAN / ban benötigt man eine betriebseindeutige Nummer, eine GLN / ILN-Nummer (=Global Location Number / Internationale Lokationsnummer). Diese wird in Deutschland bei der GS1 ehemals CCG (=Centrale für Coorganisation) beantragt.

Die Veränderungen des Namens waren jeweils mit einschneidenden Veränderungen in der reichweite des Systems verbunden. Die Umbenennung von EAN in GTIN erfolgte im Zuge des Zusammenschlusses der US-amerikanischen und europäischen Standardisierungsgremien als Vorbereitung der globalen Einführung von RFID.