Diese Liste ist natürlich an sich schon interessant. Wer kennt alle WebSites? Sind meine Favoriten dabei? Was gibt es Neues zu entdecken? hat Qualität etwas mit reichweite zu tun? Spannende Fragen, sicherlich alle eine Diskussion wert.
Auf der anderen Seite befinden wir uns im Blog Handelsmarke. Warum also diese zwei langen Auflistungen?
Der Einzelhandel, der in den Innenstädten so prägend ist, ist offenbar noch nicht in dieser Bedeutung im Internet angelangt. In der ambitinierten, qualitativen Time-Liste kommt er eigentlich nicht vor (Jeff Bezos’ Internet Schwergewicht und Legende amazon einmal ausgenommen). Und in der quantitativen Betrachtung spielen Marktplätze eine Rolle (ebay und craigslist), natürlich auch wieder amazon und erst auf 22 kommt mit Wal-Mart der immerhin weltgrößte Händler.
Offenbar laden die grossen Einzelhändler nicht zum Shoppen online ein, es sind andere Anbieter, bei denen der Surfer verweilt. Bedenkt man wie die Mall in den USA als Freizeitort im echten Leben punktet, so offenbart sich eine gewaltige virtuelle Leere für den Einzelhandel im Internet. Das gilt für die USA und genauso lässt sich dies auf den deutschen Markt übertragen.
Vergibt sich der Einzelhandel hier eine Chance zur Markenbildung?
Dieser Tage veröffentlicht BBDO ihre Studie zur Stärke deutscher Handelsmarken und erklärt die Methodik und Ergebnisse wie folgt:
Die Studie analysiert die Stärke deutscher Retail Brands und geht dabei über die übliche Betrachtung von Einzelaspekten wie Preis, Sortiment, Einkaufsatmosphäre oder Kundenzufriedenheit hinaus. Das zugrunde liegende mehrstufige Modell ermittelt die Markenstärke aus der Kundenperspektive, die aus den beiden Komponenten Markenpräsenz und Markennutzen resultiert. Die Markenpräsenz setzt sich aus der Bekanntheit und der Klarheit des Bildes, das die Konsumenten von der Retail Brand haben, zusammen. Der Markennutzen hingegen basiert auf einer emotionalen sowie einer funktionalen Komponente. Die Berechnung des Markennutzens berücksichtigt damit sowohl die dem Unternehmen entgegengebrachte Sympathie und das Vertrauen als auch die Einzigartigkeit und die Orientierung des Händlers an den Kundenbedürfnissen. Darüber hinaus bietet die Studie eine erste generelle Einordnung der Stärke einer Retail Brand im Vergleich zum unmittelbaren Wettbewerb innerhalb der eigenen Branche, aber auch zu den weiteren Key-Playern anderer Handelsbranchen.
Bemerkenswert ist natürlich zunächst einmal, daß Karstadt es unter die TOP20 schafft. Ein klarer Hinweis darauf, dass bei der aktuellen Diskussion um die Insolvenz der Warenhauskette die Qualität des Markennamens für ein - wie auch immer gestaltetes - Weiterleben spricht.
Noch bemerkenswerter ist jedoch, daß deutschlandweit amazon nun stärker als Discountklassiker Aldi sein soll. Hier wage ich die Datenbasis zu hintergfragen. Obwohl ich Online-Befragungen grundsätzlich positiv sehe, besteht doch ein erhebllicher Bias in den Antworten in Bezug auf die mangelnde Repräsentativität der Onlineaffinität der Teilnehmer. Ein Vergleich Stationär - Versand (insb. Online) erscheint gewagt.
Dennoch ist der Kernaussage “Zur Erzielung und Sicherung nachhaltiger Wettbewerbsvorteile gilt es, Markenklarheit zu erzeugen, die durch rationale und emotionale Markenerlebnisse eingelöst wird” nicht zu widersprechen.
Seit 15 Jahren widmet sich der Ehapa-Verlag in der KidsVerbraucherAnalyse den Lesern seiner Mickey-Mouse-Magazinen, um Anzeigenkunden Daten über die Leserschaft und Argumente für eine Anzeigenschaltung zu liefern.
Lt dieser Studie haben die 6-13 ein jährliches Budget von 2,6 Mrd Eur und weitere 3,8 Mrd Eur liegen auf den Konten. Über dieses Volumen verfügen die Kinder zunehmend frei.
Marken spielen eine insbesondere bei Sportschuhen, Taschen und Bekleidung eine herausragende Bedeutung.
Mein Hotel- in direkter Nachbarschaft zu einem alten Leuchtturm und in fussläufiger Entfernung zur Veranstaltung
(Diese Google-Map ist ein kleiner Test zur Einbindung von Karten und Kommentaren in diesen Blog. Demnächst nutze ich dieses Feature dann auch mit gehaltvollerem Content)
Knapp 1.200 Teilnehmer aus der ganzen Welt nahmen an dieser Veranstaltung teil, deren stärkste Momente sicherlich die hochkarätig besetzten Panel-Diskussionen waren.
Bereits am ersten Tag beschwörte der Chef Volkswirt der Financial Times Martin Wolf, eine Stimmung, die den Handel und die Konsumgüterindustrie vor grossen Herausforderungen sieht. José Luis Duran, CEO von Carrefour, und Anders Dahlvig, President und CEO von IKEA, stimmten mit ihm überein und beschrieben Inflationssorgen, Finanzkrise, Steigende Lebensmittelpreise aufgrund von Rohstoffknappheit und allgemein steigende Kosten als strukturelle Bremsen des Wachstum. Was wiederum der chinesische Teilnehmer Pei Liang, China Chainstore and Franchise Association, mit der trockenen Bemerkung kommentierte: You all sound a bit depressing.
Vielmehr brachten sich die Teilnehmer der Emerging Markets, insbesondere die BRICs, als Wachstumsmotor ins Spiel, die ein krisengeschütteltes USA und West-Europa beerbten. Diese Fahne hielten in einer weitren Panel Diskussion insbesondere William Fung und Rajan Bharti Mittal aus Indien hoch. Letzterer startet derzeit ein Joint-Venture mit Wal-Mart und geht von einem Umsatz von 10 Mrd US$ in 10 Jahren aus.
Dieser Wachstumseuphorie standen die Hinweise der gestandenen Händler von IKEA, Carrefour oder auch Gordon Cambell von Spar International entgegen, die auf erhebliche Risiken gerade in Infrastruktur, Ownership, Land- und Mietpreisen sowie regionale Unterschiede in Konsumverhalten und Kultur hinwiesen.
Dieser Zusammenprall von Anything Goes Mentalität und westlicher Krisenstimmung machte einen grossen Reiz der Veranstaltung aus und spricht für viele abenteuerliche Jahre, die im Retail vor uns liegen.
[Nachtrag: Zum Scheitern im Ausland passt auch dieser aktuelle Artikel der WELT zu Lidl in Polen]
In RTLs Mittagssendung Punkt12 lief heute ein Kurzbeitrag zum Thema Warteschlangen an der Kasse.
Das Interessante war an der ganzen Sache, daß unsere Studie die Optimierung des Kundendurchlaufes aus Sicht des Händlers untersucht, d.h. Druckertechnologien, Scanner- und Barcodes, Ablauforganisation und Kassentische.
RTL fragte jetzt, was bedeutet das für den Kunden, gibt es Strategien mit denen der Kunde seine Wartezeit reduziert, gibt es ein optimales Verhalten, wenn er am Kassentisch ankommt?
Ich durfte dabei ein paar Tipps an Kunden geben, wie sie sich an der Kasse zu orientieren haben und den Kassenprozess deutlich beschleunigen können.
Aktualisierung: RTL hat den Beitrag leicht verändert am Abend in den Tagesnachrichten RTL aktuell wiederholt: