Eine Momentaufnahme des e-Commerce

Eine der zentralen Studien im e-Commerce Forschungsbereich des EHI ist die Betrachtung und Analyse der TOP1000 Online – Shops. In einer Mischung aus Händlerbefragung und Ansicht der Online-Shops im Internet ergeben sich wesentliche Erkenntnisse für die Branche.
Die aktuellen Zahlen zeigen, dass der deutsche E-Commerce-Markt der wichtigste Umsatztreiber des Versandhandels ist.

Die Top 1.000 Online-Shops erwirtschafteten in 2009 einen Gesamtumsatz von rund 20 Mrd. Euro. Davon entfielen im Umsatz-Ranking auf die Top 10 Online-Händler 6,2 Mrd. Euro, was einen Anteil von fast 31 Prozent ausmacht. Der größte deutsche Online-Shop war wie schon im Vorjahr Amazon.de mit einem Umsatz von 1,8 Mrd. Euro. Das entspricht einem Anteil von knapp 9 Prozent am untersuchten Gesamtmarkt. Die 100 größten Anbieter erwirtschaften mit 13,9 Mrd. Euro mehr als zwei Drittel der Marktumsätze. Die Shops Nr. 501 bis 1.000 generieren zusammen etwa so viel Umsatz wie die Nummer 2 Otto.de allein mit 1,2 Mrd. Euro. Die meisten Shops (43,9 Prozent) haben als Internet-Pure-Player begonnen. Mit dem schönen Begriff des „Long Tail“, also dem Markterfolg von vielen, vielen leinen spezialisierten Nischenanbietern, ist es also zumindest im Augenblick nicht weit her. Es wird zu beobachten sein, ob der Konzentrationsprozess anhält und wie sich der vermehrte Einstieg von stationären Händlern niederschlagen wird.

33 Prozent der Shops haben ein Facebook-Profil, 21 Prozent nutzen Twitter. Wenn man sich die Anzahl von Freunden oder Fans anschaut, sind niedrige maximal 4 stellige Zahlen die Regel und geben ein ernüchterndens Bild ab. Die Untersuchung der Bewertungssysteme (z.B. eKomi) zeigt, dass 16,4 Prozent der Shops Shopbewertungen anzeigen, 13,4 Prozent Produktbewertungen und 4,0 Prozent Shop- und Produktbewertungen sammeln. Das Gütesiegel „EHI Geprüfter Online-Shop“ erfreut sich bei den 1.000 größten Online-Händlern zunehmender Beliebtheit. Aktuell vertrauen 28,0 Prozent der Online-Händler auf die positive Wirkung des Gütesiegels. Diese Händler erwirtschafteten 37 Prozent des Marktumsatzes.

Die Versandart Deutsche Post ist mit einem Anteil von 40,7 Prozent am häufigsten vertreten. Beim Thema Transparenz haben einige Shops noch einen Nachholbedarf, der ohne großen Aufwand zu beheben wäre. Es fällt auf, dass ein großer Teil (43,1 Prozent) der Online-Shops auf ihrer Website keine Angaben zu Versandbedingungen macht oder diese Informationen nur sehr schlecht zugänglich sind. Ein Berufstätiger, der gerne eine Packstation oder einen Paket-Shop nutzt oder darauf angewiesen ist, möchte darüber informiert werden, ob der Shop an eine solche Adresse liefert.

Bei den angebotenen Bezahlverfahren werden Vorauskasse (68,5 Prozent) und Kreditkarte (67,1 Prozent) am häufigsten angeboten. Danach folgen Nachname (59,0 Prozent), das Internetbezahlsystem PayPal (50,3 Prozent) und die vielen weiteren Verfahren wie Lastschrift, Rechnung und Sofortüberweisung.de. Es ist damit zu rechnen, dass sich durch den neuen Personalausweis, den Einsatz des Smartphones als Zahlungsmittel an der stationären Kasse und durch den steigenden Werbedruck der Zahlungs-Anbieter neue Impulse für das Online-Payment ergeben werden.

Co-Autor: Lars Hofacker

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