Einträge von Oktober 2008 ↓

Warteschlangen und Kassenprozesse im Supermarkt

Warteschlangen im Supermarkt
 
spiegel.de beschäftigt sich mit Warteschlangen im allgemeinen und dem Supermarkt Kassenprozess im besonderen. 

Dort wird die amerikanische Warteschlange auch für den Supermarkt favorisiert:

“Sie ist das Ideal der Experten. Bei ihr stellen sich Kunden nicht an mehreren einzelnen Schlangen an, sondern an einer einzigen großen - und werden dann von dort an die nächste freiwerdende Kasse verteilt.”

Dieser Einschätzung kann ich nicht ganz folgen.

Der Kassenprozess beinhaltet neben dem Scannen der Artikel und dem Kassieren (also den Tätigkeiten des Personals) auch das Ausladen des Wagens und das Einpacken (also Tätigkeiten des Kunden).  Kommt ein Kunde erst spät an das Kasse, hat er bei großen Warenkörben möglicherweise zu wenig Zeit die Ware optimal vorzubereiten.

Warteschlangentheoretisch gesprochen mag die Servicezeit besser sein (was man auch bezweifeln kann), die Rüstzeit steigt aber an.

Insofern mag in der amerikanischen Warteschlange die Wartezeit fairer verteilt sein, (sofern Fairness ein wichtiges Kriterium bei der Gestaltung einer Kassenzone sein sollte), die Gesamtwartezeit aller Kunden erhöht sich aber.

ALDI Kasse

ALDIs Kassentisch gilt als der schnellste im Lande. Hier sind die Kassenbänder extrem lang und es gibt kein Nachlaufband/Auslaufzone/Schütte, um das Kundenverhalten (also Auspacken und Einpacken) zu optimieren.

Aus Spar wird EDEKA - auch in Bremen

Der bremer shopblogger Björn Harste berichtet über seine Pläne nach der feststehenden Übernahme des Geschäftsbetriebes der Spar Großhandlung Nordwest durch die Edeka Minden-Hannover.

Besonders interessant sind dabei die Kommentare, die sich mit der inhaltlichen Aufladung der Marken EDEKA und SPAR beschäftigen - wer steht für den kleinen Nachbarschaftsladen ? Wie sieht es mit dem gelernten Preisniveau aus? Keiner der Kommentatoren verweist auf die aktuelle “Ich liebe Lebensmittel” Kampagne, sie forschen tiefer bis in Kindheitserinnerungen.

Das spricht dafür, daß man seine Handelsmarke nicht mal eben neu positionieren kann, sondern ganz ordentlich Durchhaltevermögen benötigt. 

Fast Forward in die Multisensorik

real,- und Multisensorik
 
Vor ein paar Tagen hatte ich die Gelegenheit zu einer persönlichen Führung mit Dr. Wolfram, einem der Väter des neuen Metro-Future Stores in Tönisvorst, durch eben diesen real,- Markt. Während der erste Future Store ausgesprochen techniklastig ausgerichtet war, verfolgt die Metro in dem neuen ein sehr viel ganzheitlicheres Konzept. Technik und Ladenbau bleiben harmonisch im Hintergrund begleiten den Kunden möglichst unauffällig.

Natürlich gibt es auch eine Reihe von technischen Extravaganzen, die besonders die Kassenabwicklung betreffen. So gibt es gleich drei Versionen des Self Scannings und die Bezahlung kann wahlweise mit Fingerabdruck oder per Handy erfolgen. Das funktioniert sogar und wird sich zumindest in Teilen auch flächendeckend einführen lassen.
Als Vorreiter in Sachen RFID nimmt sich die Metro überraschend stark zurück. Die einzige Anwendung im Verkaufsraum betrifft die Warensteuerung bei vorverpacktem Fleisch. Die Kühltruhen sind mit RFID-Readern ausgestattet und erkennen bei welchen Produkten der Abverkauf gut läuft und neue Ware geschnitten und verpackt werden muss. Gleichzeitig werden die Haltbarkeitsdaten ständig überprüft und das Personal informiert, wenn Ware abläuft und aus der Truhe genommen werden muss. So können gleichzeitig Frische und Verlust durch Verderb optimiert werden.

Der Höhepunkt ist aus meiner Sicht aber die multisensorische Ansprache des Kunden.

Überall im Markt wird mit Sound Duschen gearbeitet. Das bietet sich in der CD Abteilung ohnehin an, wo man komfortabel in jede CD hinein hört. Das ganze ist nun aber abteilungsbezogen aufgezogen und mit viel technischer Raffinesse gehen die unterschiedlichen Hintergrundklangbilder störungsfrei in einander über. Man hört dynamische Musik in der Sportabteilung und punktgenau Meeresrauschen nur direkt vor der Fischtheke. Und diese Fischtheke ist ein Kleinod: das Meeresrauschen im Ohr, frischer, leicht salziger Geruch in der Nase, die appetitlich und großzügig auf Eis dargebotenen Fische in der Bedientheke, davor ein projizierter Teppich mit Fischen, die interaktiv reagieren auf die Kinder, die fröhlich über den Teppich springen – diese Verkaufsförderung versetzt mich in die Stimmung zu kaufen.

Das Trockensortiment ist allerdings nicht ganz so spektakulär, sondern eher … eben trocken. Ganz deutlich wird auch wieder am Future Store, dass der Handel auf Frische als Differenzierungsmerkmal setzt. Hier konzentriert er sich und hier setzt er Impulse. Wenn der Markenartikler mit seinen Packaging Goods nicht im multisensorischen Gesamtbild des Marktes untergehen will, so muss er die Verantwortung übernehmen für die Präsentation am POS – und welches Mittel wäre da präsenter als die Verpackung?

Amazon ist stärkste Versandhandelsmarke

Im Onlinemarkt hat die Handelsmarke eine besondere Bedeutung.

Beim stationären Einkauf ist die Erreichbarkeit und Nähe der Geschäfte ein außerordentlich wichtiges Kritierium für die Einkaufsstättenwahl und kann auch die Bedeutung der Handelsmarke überstrahlen. Online sind aber alle Geschäfte gleich nah oder fern - hier zählt welche Domain der Käufer eingibt und es gilt Domain = Handelsmarke.

Die aktuelle Untersuchung der BBDO Consulting zur Markenstärke von Versandhandelsunternehmen fokussiert sich also auf einen Faktor mit enormer Bedeutung für  für den Online-Handel. Markenstärke versteht sich bei der BBDO als Markenpräsenz (Bekanntheit und Klarheit) und Markennutzen (Emotion und Funktion).

Amazon liegt bezogen auf Markenstärke mit 8,07 Punkten klar vor Tchibo (7,45) und Quelle (7,34).  Dieses Trio führt auch regelmäßig die Listen der umsatzstärksten Online-Versender an. Jetzt wissen wir warum.

Weitere Informationen in der BBDO Pressemeldung zur Studie.