Was haben die Norisbank, TUI Reisebüros, das Foodhotel aus Neuwied und die Unisex Friseurgruppe gemeinsam? Sie waren Teil der EHI Sonderschau auf der Messe EUROSHOP in Düsseldorf.
Zunächst einmal mag es überhaupt befremdlich sein, daß das EHI als Organisation des Handels solche Dienstleistungsunternehmen präsentiert. Diese deutsch geprägte Sicht auf den Einzelhandel fasst der angloamerikanische Retail-Begriff viel weiter. Dort zählen Gastronomen wie McDonald’s und Banken wie Citibank natürlicherweise dazu – allesamt Filialisten mit ähnlich gelagerten Herausforderungen, nämlich der hundertenfachen Multiplikation von Serviceniveau, Personalqualifikation, IT-Lösungen, Ladenbau und Markenkonformer Kommunikation in die Fläche.
Norisbank in Orange
Die Exponate auf der EUROSHOP zeigten auf, welchen Beitrag der Ladenbau zur Markenentwicklung zu leisten vermag. Die durchgängig in orangegehaltene Gestaltung der Norisbank etwa ist völlig untypisch für eine Bank. Dazu rückseitig beleuchtete Plexiglasscheiben mit Angeboten, die im Monatsrhythmus gewechselt werden und ein zentrales Band von Beratungsplätzen. So stellt die Norisbank sicher, daß ihr Kunde zu keinem Augenblick vergisst, in welcher Bankengruppe er sich befindet und das ihm hier ein besonderer Service versprochen wird. Eine so gestaltete Filiale passt sich zudem in das Bild einer modernen Einkaufspassage ein, während ein antiquirtes Bankengeschäft mit Lamellengardine zwischen den Shops von H&M, Vodaphone und Douglas deplaziert und wenig einladend wirkt.
UNISEX setzt auf schwarz
Ladenbau ist aber nicht nur für große und kapitalstarke Banken ein Thema, wie die Unisex-Frisuere eindrucksvoll vormachen. Ausgehend von der Zielgruppe der 15 bis 30jährigen sind diese Geschäfte in schwarz gehalten mit gelben und türkisen Akzenten. Laute Beats der aufgedrehten Techno-Musik dröhnen den kaum von einander zu unterscheidenden Personal und Kunden um die Ohren.
Die aktuellen Schnitte (Styles) werden als Sortiment bezeichnet. Der Begründer der mittlerweile über 75 Geschäfte zählenden Gruppe, Frisuermeister Galtini, berichtet, daß es nur durch ein starkes Markenkonzept möglich war, ein ursprünglich auf ihn als Person ausgerichtetes, und damit auf einen Standort beschränktes Konzept zu multiplizieren und deutschlandweit anzubieten. Wenn dies im Handwerk möglich ist, so bieten sich für den Einzelhandel, auch gerade dem inhabergeführten Verbundgruppen, erhebliche Potenziale.
Solche markenprägende Zielgruppenkonzepte sprechen nicht hundert Prozent der Bevölkerung an. Das müssen sie auch nicht, binden sie doch dafür die erreichte Zielgruppe fest an sich. Und das ist schliesslich das Ziel einer Handelsmarke.
1 Kommentar bis jetzt ↓
Hallo! Ich finde die Farbe der Norisbank sehr gut. Allerdings finde ich die den Slogan der Bank “geht doch” auf der www.norisbank.de-Seite ein wenig verwirrend. Viele Grüße Andi
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