Ritter KUNO und der Betrug

Die Polizeiliche Kriminalstatistik (kurz : PKS) wurde heute veröffentlicht. Die gesamte Pressemeldung findet sich hier, für uns KUNO-Fans relevant natürlich nur folgende Passage: 

Bundesinnenminister Dr. Wolfgang Schäuble und der Vorsitzende der Ständigen Konferenz der Innenminister und -senatoren der Länder, Bremens Innensenator Ulrich Mäurer, haben heute in Berlin die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) für das Jahr 2008 vorgestellt.

(…)

Auch der Betrug mittels rechtswidrig erlangter Debitkarten ist im Berichtsjahr 2008 erneut deutlich um 24,6 % auf 21.820 registrierte Fälle zurückgegangen. Ursächlich für diese Abnahme könnten - analog zu den Vorjahren - die vermehrte Kontrolltätigkeit des Handels und die Einrichtung einer zentralen Sperrdatei für das elektronische Lastschriftverfahren beim EuroHandelsinstitut sowie die Umstellung auf das sicherere PIN-Verfahren sein.

 Ritter KUNO, Jungfrau Olivia und die Männer vom EHIIn diesem Jahr hat das EHI viel beim Thema Markenbildung für KUNO getan. Ritter KUNO und Jungfrau Olivia feierten ihren Einstand auf der gut besuchten Zahlungssysteme Konferenz im Mai. Zusätzlich wurden 1.000 Ritter KUNO - Schokoladentafeln unter die Besucher gebracht. Da macht es fast gar nicht, dass das Innenministerium immer noch EuroHandelsinstitut statt EHI Retail Institute schreibt.

Ist amazon wirklich die stärkste Handelsmarke?

Dieser Tage veröffentlicht BBDO ihre Studie zur Stärke deutscher Handelsmarken und erklärt die Methodik und Ergebnisse wie folgt:

Die Studie analysiert die Stärke deutscher Retail Brands und geht dabei über die übliche Betrachtung von Einzelaspekten wie Preis, Sortiment, Einkaufsatmosphäre oder Kundenzufriedenheit hinaus. Das zugrunde liegende mehrstufige Modell ermittelt die Markenstärke aus der Kundenperspektive, die aus den beiden Komponenten Markenpräsenz und Markennutzen resultiert. Die Markenpräsenz setzt sich aus der Bekanntheit und der Klarheit des Bildes, das die Konsumenten von der Retail Brand haben, zusammen. Der Markennutzen hingegen basiert auf einer emotionalen sowie einer funktionalen Komponente. Die Berechnung des Markennutzens berücksichtigt damit sowohl die dem Unternehmen entgegengebrachte Sympathie und das Vertrauen als auch die Einzigartigkeit und die Orientierung des Händlers an den Kundenbedürfnissen. Darüber hinaus bietet die Studie eine erste generelle Einordnung der Stärke einer Retail Brand im Vergleich zum unmittelbaren Wettbewerb innerhalb der eigenen Branche, aber auch zu den weiteren Key-Playern anderer Handelsbranchen.

Bemerkenswert ist natürlich zunächst einmal, daß Karstadt es unter die TOP20 schafft. Ein klarer Hinweis darauf, dass bei der aktuellen Diskussion um die Insolvenz der Warenhauskette die Qualität des Markennamens für ein - wie auch immer gestaltetes - Weiterleben spricht.

Grafik zu Handelsmarken w009

Noch bemerkenswerter ist jedoch, daß deutschlandweit amazon nun stärker als Discountklassiker Aldi sein soll. Hier wage ich die Datenbasis zu hintergfragen. Obwohl ich Online-Befragungen grundsätzlich positiv sehe, besteht doch ein erhebllicher Bias in den Antworten in Bezug auf die mangelnde Repräsentativität der Onlineaffinität der Teilnehmer. Ein Vergleich Stationär - Versand (insb. Online) erscheint gewagt.

Dennoch ist der Kernaussage “Zur Erzielung und Sicherung nachhaltiger Wettbewerbsvorteile gilt es, Markenklarheit zu erzeugen, die durch rationale und emotionale Markenerlebnisse eingelöst wird” nicht zu widersprechen.

Mit Hertie geht eine Handelsmarke von uns

“Der Name kommt von Hermann Tietz. Meine Grossmutter sagte immer Tietz nicht Alsterhaus.” (Blog-Leserin Susan)

Nachdem Hertie bereits einmal aus der deutschen Handelslandschaft verschwunden war, als Karstadt die kleinere Gruppe übernahm, verabschiedet sich nach einem kurzen Gastspiel jetzt diese einstmals starke Handelsmarke wieder aus Deutschland.

In zwei Beiträgen von Nachrichtenmagazinen (RTL und ZDF) durfte ich die Entwicklung bei Hertie in einen Zusammenhang mit der schwierigen Situation des Warenhaus an sich stellen.


Als Hauptgründe des Niedergangs gelten dabei im allgemeinen:

  • Konkurrenz durch Vertikale Anbieter (wie H&M oder Zara)
  • Konkurrenz durch Shopping-Center, die in die Innenstadt zurückkehren
  • Verlust der Mitte (wie wieder im Armutsbericht dokumentiert)
  • Mangelndes Interesse der Vermieter die Warenhäuser durch günstige Mietkonditionen zu stützen und
  • veränderte Konsumgewohnheiten insb. Convenience durch kleinere, überschaubarere Geschäfte

Es bleibt abzuwarten, wie eine aus Karstadt und Kaufhof vereinigte Warenhausgruppe langfristig in dieser schwierigen Gesamtlage zurechtkommt (sofern es denn tatsächlich zu einem Zusammenschluß kommt).

Für das Warenhaus spricht sicher die Revitalisierung und das neue Interesse an der Innenstadt insb. unter den den Singles und den Senioren in der deutschen Bevölkerung.

ALDI erstmals in BRANDZ Studie

Die zum vierten Mal durchgeführte BRANDZ Studie nennt zum dritten Mal in Folge Google als wertvollste Marke der Welt.

An dieser Stelle interessiert uns natürlich vor allem das Abschneiden der Handelsmarken. Besonders die preisagressiven Händler konnten in dieser Studie profitieren. So stieg Aldis Wert um 49% und der deutsche Handelskonzern ist erstmals unter den TOP100 vertreten.

Die TOP10 der Retail Brands lauten:

  1. Wal-Mart : 41 Mrd US$
  2. Tesco : 23 Mrd US$
  3. Amazon : 21 Mrd US$
  4. Carrefour : 15 Mrd US$
  5. Ebay : 13 Mrd US$
  6. Target : 12 Mrd US$
  7. Auchan : 10,5 Mrd US$
  8. Home Depot : 9 Mrd US$
  9. Aldi : 9 Mrd US$
  10. Ikea : 7 Mrd US$

Die Financial Times hat einen Special Report zur Studie herausgegeben, den ich hier gerne einbette.

Der März bringt gleich zwei neue Shopping Center

Was für aufregende vier Wochen.

Mit der Eröffnung von MyZeil in Frankfurt verdoppelt sich dort der Besatz an Ladengeschäften. Zu den mehr als 100 Shops auf der traditionellen Einkaufsstrasse Zeil kommen nun weitere 100 in der Mall dazu. Hauptmieter sind Saturn mit ca 8.000 qm und Rewe mit 1.700 qm.  Insgesamt umfasst das Objekt 47.000 qm Verkaufsfläche.

In Berlin-Mitte eröffnete ein schlicht “Die Mitte” genanntes Objekt mit  22.000 qm Verkaufsfläche in unmittelbarer Nähe zum noch gar nicht so alten Alexa-Shopping Center am Alexanderplatz.Offenbar standen um Mitternacht 1.500 Kunden bereits als Schnäppchenjäger an. Auch die Welt berichtet davon.

Diese Eröffnungen passen gut zu den aktuellen Meldungen der GfK zur Konsumstimmung, die sich nach wie vor nicht von der Krise der internationalen Märkte niedermachen läßt. Die Ergebnisse der GfK-Konsumklimastudie für März 2009 konstatieren, daß die Anschaffungsneigung ihr ausgesprochen gutes Niveau nahezu vollständig halte und nur vergleichsweise bescheidene Verluste von 0,7 Punkten hinnehmen müsse. Aktuell weise die Konsumneigung 13,9 Punkte auf. Dies seinen immer noch gut 24 Zähler mehr als vor einem Jahr.

EHI Shopping Center ReportWomit wir bei der Erkenntnis sind, daß Kosumenten eben emotionale Menschen sind, die Einkaufen als Ablenkung und Befriedigung gerade in schwierigen Zeiten erleben. Neue Shopping-Center unterstützen diese Erlebnisorientierung durch neue visuelle und räumliche Impulse und bedienen die menschliche Neugierde. Die Frage weshalb sich bei einem stagnierenden Umsatz immer neue Flächen rentieren, erklärt sich also zunehmend dadurch, daß nur auf neuen Flächen die Umsätze überhaupt möglich sind.

So gesehen sind die Planungszahlen, die das EHI im Shoppingcenter-Report regelmäßig veröffentlicht, ein Beleg dafür, daß Immobilienwirtschaft und Handel gemeinsam weiterhin nicht nur an eine Konsumlust glauben, sondern diese sogar durch die kontinuierliche Expansion stützen.